Schlafhormon Melatonin

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Gesunder Schla durch Melatonin

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Melatonin

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das in unserer Zirbeldrüse im Gehirn produziert wird. Es steuert unter anderem unseren Tag-Nacht-Rhythmus und damit auch viele andere Körperfunktionen. In den USA ist Melatonin bereits seit 1994 als Nahrungsergänzungsmittel im Handel erhältlich und erfreut sich steigender Beliebtheit. Auch in anderen Ländern wie beispielsweise Japan gilt Melatonin als begehrtes Anti-Aging-Mittel und wirksames Präparat gegen Schlafstörungen. Das Melatonin für die Nahrungsergänzungsmittel wird überwiegend synthetisch hergestellt bzw. aus Pflanzen gewonnen. In Deutschland dagegen unterliegen alle Produkte, die Hormone enthalten, dem Arzneimittelrecht, da Hormone einen signifikanten Einfluss auf den Körper haben. Um eine Zulassung für den Verkauf zu erlangen, müssen vorab umfangreiche Studien durchgeführt werden, die die Wirksamkeit, Verträglichkeit und das Risiko-Nutzen-Verhältnis des Produktes nachweisen und belegen. Da solche Studien zu melatoninhaltigen Produkten bisher in Deutschland nicht durchgeführt wurden, wurde bislang vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte keine Zulassung für den Verkauf eines melatoninhaltigen Präparates in Deutschland erteilt. Jedoch dürfen Melatonin-Präparate aus dem Ausland importiert werden, wenn sie im jeweiligen Land zugelassen und uneingeschränkt gehandelt werden.

Melatonin als Hilfe bei Schlafstörungen

Die hauptsächliche Wirkung von Melatonin besteht in der Steuerung unseres Tag-Nacht-Rhythmus. Wird es um uns herum dunkel, gibt die Netzhaut des Auges diese Information an das Gehirn weiter und infolgedessen wird die Melatonin-Produktion und dessen Ausschüttung angeregt. Der Melatoninspiegel im Blut steigt, fördert Müdigkeit und einen natürlichen Schlaf. Wird es hell um uns, auch bei künstlicher Beleuchtung, sinkt der Melatoninspiegel im Blut und wir wachen auf. Kleinkinder bis ca. 3 Jahre haben einen relativ hohen Melatoninspiegel, der im Laufe des Lebens abnimmt. Gerade ältere Menschen haben einen sehr geringen natürlichen Melatoninspiegel.

Die Wirkung des Schlafhormons Melatonin ist unbestritten. Bereits niedrige Dosierungen des Hormons Melatonin fördern den Schlaf, was vor allem beim Jet-Lag auf Fernreisen sowie Schichtarbeitern und Senioren mit Schlafproblemen hilft. Melatonin macht auf natürliche Weise müde und fördert den gesunden Schlaf dann, wenn er gebraucht wird. Es gibt auch keinen Kater am nächsten Tag wie es bei vielen Schlafmitteln der Fall ist. Melatonin synchronisiert die innere Uhr und fördert den natürlichen Schlaf. Viele berichten, dass sie mit der Einnahme von Melatonin nachts besser schlafen können und tagsüber topfit sind. Das lässt sich damit erklären, dass Melatonin die erholsame Tiefschlafphase verlängert und den Schlaf-Wach-Rhythmus harmonisiert.

Melatonin als Antidepressiva

Auch bei Winterdepressionen konnte eine positive Wirkung von Melatonin nachgewiesen werden. Bereits eine kleine Dosis Melatonin verbessert die Übereinstimmung der inneren Uhr und des biologischen Tagesrhythmus mit den im Winter herrschenden veränderten Lichtverhältnissen, so dass sich die Gemütsverfassung deutlich verbessert. Die Gemütsverfassung ist auch abhängig vom Serotoninspiegel. Bei depressiv Erkrankten ist der Serotoninspiegel sehr niedrig. Das Hormon Serotonin wiederum ist das Ausgangsprodukt von Melatonin. Bei einem längerem Aufenthalt unter Sonnenlicht wird die Produktion von Serotonin angekurbelt, was wiederum die Melatoninproduktion für die Nacht steigert.

Melatonin als Anti-Aging

Melatonin ist ein körpereigenes Antioxidans, bis zu fünzig mal wirksamer als Vitamin C. Es bindet die Freien Radikale, die die Ursache für die Zellzerstörung und dem damit verbundenen Alterungsprozess sind. Ist die körpereigene Produktion von Melatonin niedrig, führt dies zum vorzeitigen Absterben von Zellen. Melatonin reduziert biochemische Vorgänge (Stoffwechsel) in den Zellen, ähnlich dem Winterschlaf von Tieren, bei dem die Körperfunktionen ebenfalls reduziert sind. Die Körperzellen werden unter der Zufuhr von Melatonin geschont, arbeiten langsamer und haben eine höhere Lebenserwartung. So schützt Melatonin beispielsweise auch das Herz und den Kreislauf.

Wirkung von Melatonin auf das Immunsystem

Das Immunsystem wird durch die künstliche Zufuhr von Melatonin stimuliert. Die Immunfunktionen werden durch die erhöhte Produktion von Interleukin-2 angeregt und die zytotoxische Wirkung von Killerzellen erhöht. Gleichzeitig senkt Melatonin das Immunsupressiva Cortisol. Als Antioxidans und Radikalenfänger hat Melatonin eine zellschützende und damit krebshemmende Wirkung. Es wird vermutet, dass die altersbedingte Reduzierung von Melatonin im Körper zur Abnahme der Immunfunktion führt, was wiederum die Bildung von malignen Tumoren fördert. Die krebshemmende Wirkung von Melatonin ergibt sich aus der Absenkung der Stoffwechselprozesse während der Nacht, so dass der Körper Zeit hat, beschädigte Zellen und Zellsysteme zu reparieren.

Wirkung von Melatonin auf die Sexualfunktion

Es ist nachgewiesen, das Melatonin die Aktivität von Eierstöcken und Hoden senkt. Die Hormone des Eierstocks und damit der Eisprung werden durch das Melatonin gehemmt. Wissenschaftler sind dabei, diese Wirkung des Melatonins für ein östrogenfreies Antikonzeptivum zu nutzen. Auch auf das PMS (prämenstruelles Syndrom) hat Melatonin eine nachweisbare positive Wirkung. Melatonin hat auch eine direkte Schutzwirkung auf die weibliche Brust, indem es die Östrogenrezeptoren blockiert, die die Zellteilung fördern. Die antiöstrogene Wirkung des Melatonins verringert die Gefahr der Bildung von Mammakarzinomen. Es wurde festgestellt, dass Männer, die ein Prostatakarzinom entwickelt haben, einen deutlich niedrigeren Melatoninspiegel haben als gesunde Männer. Melatonin hemmt die Produktion von Testosteron, das wesentlichen Einfluss auf die Entstehung von Prostatakarzinomen hat.

Antistresswirkung von Melatonin

Melatonin hemmt Kortikosteroide und Cortisol, die als stressauslösende Faktoren gelten. Der Gegenspieler von Melatonin ist Adrenalin, das den Körper mit Energie versorgt, den Stoffwechsel, Blutdruck und die Herzfrequenz ankurbelt. Melatonin senkt die Stresshormone, den Blutdruck und übt damit eine Schutzfunktion auf das Herz-Kreislauf-System aus. Vermutet wird auch ein positiver Einfluss von Melatonin bei Migräne, denn man hat herausgefunden, dass die Melatoninproduktion bei Menschen, die unter Migräne leiden, erheblich gestört ist.

Nebenwirkungen von Melatonin

Bisher konnten selbst bei hohen Dosierungen von Melatonin keine Nebenwirkungen festgestellt werden. Es gibt jedoch einige Kontraindikationen. Dazu gehören beispielsweise Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem außer Kontrolle ist und körpereigene Zellen und Organe angreift. Da Melatonin das Immunsystem stärkt, könnte es in diesem Fall zu einer Verstärkung der Autoimmunerkrankung kommen. Zu den Autoimmunerkrankungen zählen unter anderem Lupus und Multiple Sklerose, bei denen die künstliche Einnahme von Melatonin nicht empfohlen wird. Auch bei Schwangeren und Stillenden ist die Einnahme von Melatonin nicht angezeigt. Bei schweren psychischen Erkrankungen kann die zusätzliche Einnahme von Melatonin unerwünschte Nebenwirkungen haben. In diesem Fall sollte vor der Einnahme ein Arzt konsultiert werden.

Generell ist Melatonin in seiner Anwendung sicher und ohne negative Nebenwirkungen. In den USA wird Melatonin seit mehr als 10 Jahren von Millionen von Menschen regelmäßig als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen, ohne dass schädliche Nebenwirkungen bekannt geworden wären.

Wann ist der Zeitpunkt für eine zusätzliche Einnahme von Melatonin?

In erster Linie wird Melatonin bei Schlafstörungen eingenommen. Eine geringe Dosis zwischen drei und fünf Milligramm vor dem Schlafengehen fördert einen ruhigen, gesunden Tiefschlaf ohne Kater am nächsten Tag. Auch Vielreisende, die unter Jet-Lag leiden, bringen mit Melatonin ihren Wach-Schlafrhythmus wieder in Einklang.

Viele Menschen in den USA schwören auf Melatonin als Anti-Aging und das aus gutem Grund. Die Melatoninproduktion sinkt nach der Pubertät kontinuierlich ab und ab dem 50. Lebensjahr ist sogar ein signifikanter Abfall der körpereigenen Melatoninproduktion zu verzeichnen. Parallel mit dem Rückgang der Produktion spüren wir die Zunahme der untrüglichen Anzeichen des Alterns. Mit der zusätzlichen Einnahme von Melatonin kann das Altern jedoch stark hinaus gezögert werden. Vielleicht eine Erklärung dafür, dass in den USA mehr melatoninhaltige Präparate als Aspirin verkauft werden.

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© Thomas Gerber 2010